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1892 Nachdem 1861 der erste Lüdenscheider Turnverein gegründet wurde, kam dreißig Jahre später der TV Jahn 1891 hinzu, und im darauf folgenden Jahr hoben turnbegeisterte Bürger gleich drei neue Vereine aus der Taufe, darunter der TV Grünewald. Am 6. Oktober 1892 wurde im Lokal Ferd. Mertens (später Erwin Zapp - siehe Foto) am Grünewald von 21 Turnern, unser Verein gegründet. Fürsprecher war damals Louis Wurm, späterer Schwiegervater unseres Eugen Eichhoff. Der TV Grünewald fing mit seiner Übungsstätte ganz bescheiden an, und zwar in einem etwa 12 x 10 Meter großen Saal, der erst 1890 an das Gründungslokal (Erwin Zapp) angebaut worden war. Die Einwohnerzahl Lüdenscheids lag in diesem Jahr bei etwa 20 000. Unser Verein zählte zu der Zeit 150 aktive Mitglieder.
1897 Am 13. Juli wurde Eugen Eichhoff geboren. Er sollte in seinem Turnerleben noch für viele erfreuliche Schlagzeilen sorgen und auch für den TV Grünewald zu einer bedeutenden Leitfigur werden.
1901 der Kaufmann Ernst Wilheml Sommerfeld wurde für das Amt des ersten Vorsitzenden gewonnen werden. Er bekleidete dieses Amt bis 1929.
1903 errichte Ferd. Mertens den Prachtbau "Zur Hohen Steinert", der 1913 in den Besitz von Ernst Diemer überging und 1968 durch Abriß aus dem Stadtbild verschwand. Die Hohe Steinert wurde das Festlokal für mehrere Lüdenscheider Vereine. Auch der TV Grünewald hart dort fast sämtliche Feste gefeiert.
1905 gründete der Verein seine Frauen- und Turnerinnenabteilung, die 20 Jahre vom Gründer Wilhelm Schriewer geleitet wurde. 1925 wurde Eugen Schmidt sein Nachfolger. In diesem Jahr bestand außerdem auch ein Trommler- und Pfeifercorps sowie eine Altersriege. Selbst eine Gesangsabteilung war bereits im Gespräch, die aber erst 1922 offiziell gegründet wurde.
1912 wird im 20. Jubiläumsjahr eine Schüler- und Schülerinnen-Abteilung gegründet. Die Männerabteilung stiftet sich selbst "aus eigener Tasche" einen neuen Barren. Mitgliederbestand gegen Ende des Jahres 1912 - 233.
1914 Im Februar wird der Vereinsgründer Wilhelm Eichhoff wegen seiner hervorragenden Leistungen zum Ehrenturnwart ernannt und erhält eine entsprechende Urkunde. - Am 1. August Mobilmachungstag. Der erste Weltkrieg bricht aus. Der Turnbetrieb muß bis auf die Jugendabteilung eingestellt werden. - Ende 1914 zählt der Verein 237 Mitglieder, von denen 85 eingezogen und bereits 6 gefallen sind.
1915 Im Oktober wird noch ein Jugendwettkampf beschickt. Ende 1915 protokolliert der Verein 245 Mitglieder, von denen 162 an der Front stehen.
1916 wird Eugen Eichhoff als Neuzehnjähriger zum Vorturner ernannt, aber 1916/17 an die Front abgerufen. Der Turnbetrieb steht fast völlig still. - Ende 1916 zählt der Verein 230 Mitglieder, davon sind 180 eingezogen.
1917 Ende des Jahres muß der Verein bereits 22 Gefallene beklagen. - Das 25järhrige Bestehen wird mit keinerlei Feierlichkeiten begangen. In schlichter Form gab es am 5. Juli 1919 einen kleinen Kommers mit Ehrung der Jubilare im Vereinslokal bei Erwin Zapp.
1918 Im November gilt der erste Weltkrieg als beendet. 32 treue Freunde kehren nicht mehr zurück.
1919 wird eine Leichtathletik- und Fußball-Abteilung gegründet. Man überlegt das von der Deutschen Turnerschaft abgelehnte Fußballspielen auch Aktiven aus reinen Turnvereinen zu gestatten. - Ende 1919 zählt der Verein 219 Mitglieder.
1920 Der erste Vorsitzende Wilhelm Somborn erhält den Ehrenbrief der Deutschen Turnerschaft.- Ein historisches Ereignis ist der 1. Juli 1920. Der Turnbetrieb wird von der Westschule in die Turnhalle und auf den Turnplatz des 1913 erbauten Lehrerseminars am Raithelplatz verlegt. - Das hat zu einem erheblichen Zulauf zum Verein geführt, denn er meldet am Jahresende 437 Mitglieder.
1922 Am 13. Mai gründeten 14 Grünewalder ihre
schon mehrere Jahre zuvor erwünschte Gesangsabteilung
und schreibt sich kurioserweise in die Statuten,
daß nicht mehr als 24 Sänger aufgenommen werden dürfen.
Am Karfreitag wird in der Turnhalle eine Gedenktafel zur Erinnerung an die 32 Gefallenen des
1. Weltkrieges enthüllt. - Trotz der Inflationszeit wagt der Verein sein 30jähriges Bestehen zu feiern. Am 19.August wurde eine Fußballabteilung mit eigenen Statuten gegründet. DieAbteilung trat 1934 dem Turnverein bei, seitdem lautet der neue Vereinsname: Turn- und Sportverein (TuS) Grünewald
1923 Eugen Eichhoff wird Oberturnwart. Die Aktiven spenden den Sängern 24 Liederbücher. Trotz Inflation werden talentierte Turner zum 13. Deutschen Turnfest nach München geschickt. Wilhelm und Eugen Eichhoff spenden für diesen Zweck 500.000 RMark. Albrecht Stöcken kehrt als 1. Sieger aus München zurück. - Gegen Ende 1923 stabilisiert sich die Währung. Der Verein hat 620 Mitglieder.
1961 Nach dem Neubau der Turnhalle im Jahr 1961 am Wermecker Grund bietet der Verein seinen über 500 Mitgliedern eine breite und interessante Palette an sportlichen Aktivitäten (siehe Übungsplan):
Kunstturnen für Mädchen und Frauen
Die Leistungssportlerinnen nehmen regelmäßig auch an überregionalen Wettkämpfen teil.
Aus dieser Abteilung gingen bereits mehrfach Stadt-, Westfalen- und Deutsche Meisterinnen
in verschiedenen Disziplinen hervor.
Rhönrad - Abteilung
Diese immer noch exotische Sportart ist für Jungen und Mädchen gleichermaßen geeignet
und erfreut sich steigender Beliebtheit. Die jungen Aktiven nehmen auch an Wettkämpfen
teil und qualifizierten sich bis zu den Norddeutschen Schülermeisterschaften mit
überdurchschnittlichen Ergebnissen.
Pluspunkt Gesundheit DTB
Der TuS Grünewald erhielt 1997 diese Auszeichnung des Deutschen Turnerbundes als Verein, der sein sportliches Angebot auch unter den gesundheitsfördernden Aspekt stellt.
- Rücken- und Fitnesstraining + Entspannungsübungen für Männer und Frauen
- Bodywatch: Slimnastik und Aerobic für Frauen
- Aerobic: gelenkschonendes Step- und Muskeltraining (z.B. Mini-Tramp) für Jedermann
Ausgleichssport für die ganze Familie
Sport von der Wiege bis ins hohe Alter treibt man beim TuS Grünewald in verschiedenen
Gruppen mit einem breit gefächerten Angebot:
- Krabbel - Gruppe für die Kleinsten
- Eltern - und Kind - Turnen
- Mädchen - und Jungen - Turnen
- Ausgleichssport für Männer und Frauen
Jedes Jahr finden außerdem zahlreiche Veranstaltungen des Vereins statt, u.a. ein Neujahrsempfang und das Vereinspicknick mit Kinderturnfest und dem Eugen Eichhoff-Gedächtnis-Turnfest.
(Eugen Eichhoff war lange Zeit erfolgreicher Kunstturner, Oberturnwart, 1. Vorsitzender und Förderer des
TuS Grünewald sowie Mitglied des NOK. Er war außerdem federführend an der Gründung des
Deutschen Turnerbundes (DTB) im Jahr 1950 beteiligt.)
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